Surfin' Béla

Eine Projekt- AG für elektrische Streicher und Schlagzeug
am Gymnasium Horn, Bremen im Frühjahr / Sommer 2007

Leitung: Herr Bösking (bela@uli-boesking.de)


Gesucht:

– GeigerInnen
– BratscherIn
– CellistIn
– SchlagzeugerIn

Instrumentale Voraussetzungen:

Streicher:
– Sicheres, flüssiges und sauberes Spiel in der ersten Lage
– Beherrschung von B- Tonarten (C-Moll!)
– Beherrschung einfacherer Doppelgriffe
– Lust zu Improvisation (Fähigkeiten keine Voraussetzung!)
– Bogentechnik: Spikkato und Tremolo.
Schlagzeug:
– Siehe/höre Demoaufnahmen unten, max. Tempo: 172 bpm.
– Gute "Timing-festigkeit" = möglichst geringe Temposchwankungen im Spiel ;o)


Ziele:

– Erlernen rockmusikspezifischer Spiel- und Phrasierungstechniken
– Erlernen des Umgehens mit elektrischen Streichinstrumenten und Instrumentenverstärkern
– Erlernen eines neuen Hörverhaltens (du hörst auf den Verstärker, nicht auf dein Instrument)
– Erlernen von
besonderen Skalen/Tonleitern (Kirchentonleitern, nahöstliche Skalen)
Entwickeln von modalen Skalen/Tonleitern
– Improvisieren lernen
– Arrangieren und Bearbeiten lernen
– Zusammenspiel in einem "Band"- Kontext lernen
– Erarbeitung von 6 bis 10 Titeln, Konzert vor den Sommerferien 2007.

Elektrifizierte Instrumente und Verstärker werden für die Proben gestellt.



Warum elektrisch streichen?


E
nde meiner Schulzeit begann ich, elektrisch Geige zu spielen. 4 Jahre später war ich das erste Mal mit einer Band im Tonstudio. Seit dem habe ich etwa 90% meiner Jobs als freier Musiker elektrisch gespielt und möchte diesen neuen Horizont jungen Streichern öffnen.
Heute wird es immer wichtiger, als Musiker universell einsetzbar zu sein. Dazu gehört das Spiel auf elektrischen / elektrifizierten Instrumenten. Man sieht & hört immer häufiger Bands, die elektrische Streicher in ihren Reihen haben. Vielleicht populärstes Beispiel sind die finnischen Cellisten von Apocalyptica.
Sie und andere rein "klassisch" ausgebildete StreicherInnen wie Vanessa Mae, die in ihren Videos mit einer Zeta- E-Geige posierte oder das Streichquartett Bond, haben keine Angst vor der Berührung mit der Popmusikwelt. Im Jazz sind elektrische Streicher lange etabliert. Auch in der Neuen Musik trifft man auf sie, z. B. in der Komposition Black Angels des Amerikaners George Crumb für elektrisches Streichquartett. In vielen professionellen Musical- Ensembles spielen die Streicher elektrifizierte Instrumente, da deren Abnahme/Verstärkung unproblematischer ist als die Mikrophonierung akustischer Instrumente.


Surfin' Béla? Was soll das bedeuten?

Ende der 1990er Jahre regte mich
Dr. Hinrichs mit seiner damaligen Band The Surfin' Mo-Tones dazu an, Surf Rock zu hören, was ich seit dem immer wieder gerne tue.
Der bekannteste und gleichzeitig "böseste" Vertreter dieses Stils ist Dick Dale, dessen Titel Misirlou 1994 in Quentin Tarantinos Kultfilm Pulp Fiction Verwendung fand. Den alten Helden durfte ich am 05.11.2006 live sehen. Groß! – Dr. Hinrichs hat während des Konzerts mit Dale Plektren getauscht!
Dick Dales frühe Musik zeigt viele Einflüsse des Nahen Ostens, so dass mir die Idee kam, in der ernsten Musik verwendete osteuropäische oder nahöstliche Volksmelodien für ein elektrisches Schülerstreichensemble mit Schlagzeug im Sinne von Surf Rock zu bearbeiten.
Vorlagen dafür waren mir einige der von Béla Bartók gesammelten Volksliedmelodien aus seinen 44 Duos für zwei Violinen, die ich in der Zeit vor meinem Referendariat am Gymnasium Horn häufig für meine Geigenunterrichtstätigkeit verwendet habe.
Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre machte ich mit meiner Band Virulent Violins und als "Virtual Violins" mit Blaine L. Reininger (Tuxedomoon) viele Erfahrungen im Komponieren und Arrangieren für elektrische Streicher, so dass ich jetzt viel Spaß daran fand, drei erste Titel für Cello, drei Geigen und Schlagzeug zu bearbeiten.